Zeitlose Klassiker

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Marisol
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Ungelesener Beitrag 3. Mai 2020, 18:59

Ich glaube, im alten Forum gab es einen solchen Thread schon mal, in diesem konnte ich nichts ähnliches finden.
Welche Namen sind wirklich zeitlos?
Oft fallen bei Klassikern Namen wie Anna, Klara, Carl, bei denen ich aber einwenden würde, dass die zwar traditionell sind, aber trotzdem eine Zeit lang nur selten vergeben wurden. So gab es zum Beispiel zwischen 1930 und 1970 praktisch keine Annas. Und Carls waren auch nie weg vom Fenster, weil es ein sehr traditionsreicher Name ist, aber trotzdem verbinde ich mit C/Karl vornehmlich einen Mann über 60 oder einen unter 15-jährigen.

Ich habe mal versucht zu sammeln und dabei auch immer einen Blick in die Statistik geworfen. Aber die Frage, was statistische Schwankungen mit dem gesellschaftlichen Mittel an Namensempfindungen macht, ist natürlich zu debattieren.

Weibliche Namen:
Eva - in den 1990ern wurde der Name wohl nicht ganz so häufig vergeben, aber auf den hinteren Hunderterrängen immer noch präsent, und trotzdem war es nie wirklich Top-Name
Miriam
Elisabeth- war ums 19./20. Jahrhundert sehr häufig, aber danach trotzdem immer präsent
Maria - war Anfang des 20.Jahrhunderts häufiger als heute, aber trotzdem nie weg vom Fenster
Esther-die Statistik sagt mir, dass Esther aktuell seltener vergeben wird, aber gefühlt würde ich ihn auch als dauerpräsent, aber selten betrachten. Ganz ähnlich verhält es sich mit Judith
Vera - schien auch schon Anfang des 20. Jhds da zu sein, wird aber wohl aktuell auch etwas seltener vergeben.

Bei den männlichen Namen fand ich es gar nicht so leicht.
Clemens
Lutz

unsicher bin ich mir bei:
Robert - aktuell im Sinkflug, aber als out empfinde ich den Namen trotzdem nicht
Christoph(er) - ist seit den Nullerjahren auch zurückgefallen.
Trotzdem würde mich weder ein kleiner Robert noch ein kleiner Christoph verwundern.


Neue Klassiker?
Namen, die seit dem Auftauchen in der Statistik relativ konstant im Mittelfeld blieben und damit vielleicht das Potential zu neuen Klassikern haben?
Erik - war vor den 1960ern sehr selten aber seither immer im stabilen Mittelfeld. So eine Art neuer Klassiker?
Nils - vor den 60ern ebenfalls nicht sehr häufig (wobei ich nicht weiß, wie es in Norddeutschland aussah?) aber seither hält sich der Name ebenfalls im Mittelfeld
Marius - auch eine Art unauffälliger neuer Klassiker? Vor den 60ern wahrscheinlich praktisch nicht vergeben, danach niemals ein Trendname, aber auch nie weg vom Fenster
Moritz
Ein 80-jähriger mit diesen Namen würde mich zugegeben verwundern, aber alles zwischen 60Jahren und Neugeborenen würde mich nicht wundern.


Regionale Klassiker?
- bei denen hilft die Knud Bielefeld Statistik nicht weiter
Maximilian - gilt in Bayern als Klassiker, ich kenne auch bayrische Maximiliane 60+, genannt Maxl, aber in Gesamtdeutschland würde ich behaupten, dass der Name erst in den 80ern richtig beliebt wurde und dann in den 90ern sehr häufig.

Ruth?
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aoife rua
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Ungelesener Beitrag 3. Mai 2020, 19:58

Mir würde spontan bei den Jungennamen Alexander in den Sinn kommen. Und evtl. Sebastian. Und Johannes.

Ich denke, bei uns im Norden gibt es einige friesische Namen, die es in allen Altersgruppen gibt. Enno zum Beispiel.
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Marisol
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Ungelesener Beitrag 3. Mai 2020, 21:37

Alexander und Sebastian wären für mich auch wieder solche Namen, die traditionell, aber nicht zeitlos sind. Sie waren ab den 1970ern bis 1990er in der Spitzengruppe und ich empfinde sie als typische Modenamen dieser Zeit.
Johannes kenne ich persönlich auch nur unter 40-jährige, aber die Statistik zeigt, dass der gleichmäßiger verteilt war, und 1970-1990 häufiger, aber trotzdem nie Modename war.

Edit: Wie geht es euch mit Josef/Joseph? Der ist ja inzwischen nicht mehr so häufig wie vor 50 Jahren, allerdings empfinde ich den trotzdem nicht als out.

Außerdem kam mir noch Friederike - war nie richtig häufig, aber würde mich weder an einer 60-jährigen, noch an einer 3-jährigen verwundern. Henriette geht auch in die Richtung.
Elaine
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Ungelesener Beitrag 4. Mai 2020, 06:54

Jan kenne ich auch in allen Generationen.
Und Anne.
Caroline vielleicht noch? Bei der bin ich mir nicht sicher, ob sie nicht (in den 70ern/80ern?) doch mal deutlich häufiger war.
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aoife rua
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Ungelesener Beitrag 4. Mai 2020, 07:14

Vielleicht auch noch
Helene/Helena
Katharina
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clarelia
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Ungelesener Beitrag 4. Mai 2020, 10:26

Maria, Eva, Elisabeth, Esther, Vera, Clemens, Robert und Christoph finde ich auch relativ zeitlos, Maria und Eva am allermeisten.
Miriam ist gefühlt noch nicht so lange verbreitet, ebenso im Süden Erik und Nils - alle natürlich schon länger als eine Generation, aber noch nicht so lange wie die oben genannten. Lutz empfinde ich als sehr selten und doch eher Ü50.
Bei Moritz würde mich am ehesten ein Namensträger zwischen 40 und 75 verwundern, es ist ja eigentlich ein alter Name.

Sonst fallen mir noch ein:
Anne
Anna, Johanna , Katharina - bei den 40-80-jährigen seltener, aber nie ganz weg
Barbara - im Süden auch bei den jüngeren noch nicht weg
Dorothea (?)

Michael
Philipp
Alexander - verstehe deinen Einwand, aber würde ich als schon sehr lange bekannten Namen dazu zählen (A. van der Bellen und A. Gauland fallen mir spontan als ältere Namensträger ein)
Johannes, Sebastian, Benedikt - vielleicht eher unter der Rubrik "süddeutsche Klassiker", gibt es gefühlt in allen Altersgruppen
Thomas, Martin - gibt es immer, wenn auch mit einer deutlichen zwischenzeitlichen Häufung
Lukas, Jakob - vielleicht auch eher unter der Rubrik "moderne Klassiker", aber auch früher schon bekannt
Jan, Henrik, Hendrik - ähnlich wie Erik und Nils vielleicht eher "norddeutsche Klassiker", aber sind mir etwas geläufiger
Josef, Franz, Georg - schon längere Zeit nicht mehr modern, aber hört man doch immer mal wieder
Roman - eher selten



Moderne Klassiker:
Sara, Sarah - zudem sehr international
Luisa - so langsam auf dem Weg zum Klassiker
Nora

David
Simon
Tim
Elaine
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Ungelesener Beitrag 4. Mai 2020, 10:57

aoife rua hat geschrieben:
4. Mai 2020, 07:14
Vielleicht auch noch
Helene/Helena
Katharina
Katharina würde ich auch da sehen!
Aber zwischen 40 und 60 gibt es Helena/Helene eher bei Osteuropäerinnen. Ich kenne keine einzige. Für mich ist es eher ein alter Name, der wiederentdeckt wurde.
Und in Sachen „Helena„ bin ich ja bekanntermaßer eher aufmerksam ;)
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Marisol
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Ungelesener Beitrag 4. Mai 2020, 11:10

Barbara, Dorothea, Anne und Georg würde ich in meine persönliche zeitlose Klassiker Liste auch aufnehmen.

Sarah, Luisa und Nora verbinde ich sehr stark mit Frauen, die jünger als 1980 sind. Gerade Sarah galt in der Generation meiner Großeltern noch als typisch jüdischer Name, in meiner Generation (1990er) empfand ich es hingegen immer als Trendname und hatte immer mehrere Sarahs in der Stufe.
Helena würde mich zugegeben an einer über 40-jährigen sehr verwundern. Image-mäßig sind Helene und Helena für mich sehr unterschiedlich, genau wie Luise und Luisa. Die -e Formen Helene und Luise empfinde ich hier in beiden Fällen als wieder modern gewordene alte Namen, die aber zwischen dem 2. Weltkrieg und 1980 praktisch nicht vergeben wurden. Die -a Formen wirken auf mich deutlich "neuzeitlicher" - man nehme das Bauschema eines bekannten Namens, aber eine Form aus einem anderen, gerne südländischen Sprachraum, um den Namen etwas frischer und weiblicher wirken zu lassen als die deutsche -e Form.

Vielleicht sollte es noch so eine Kategorie geben von Klassikern mit Tendenz, die zwar immer da waren, aber in einer Generation doch deutlich häufiger.
Alexander
Thomas
Michael
Katharina
... wären für mich solche Fälle.

Caroline ist mir persönlich ausschließlich in meiner Generation bekannt, und da auch gleich ziemlich häufig. Aber vielleicht habe ich auch in einem Carolin Agglomerat gelebt? Die Statistik zeigt jedenfalls, dass der Name seit 1890 nie weg vom Fenster war, aber ca. 1980 bis 2000 dann doch deutlich geklettert ist.
Bei Katharina sieht man auch, dass sie 80ern und 90ern sehr beliebt und weit vorne war, aber durchweg gebräuchlich. Bei Katharina ging es mir immer so, dass ich ihn in meiner Generation als totalen Gähn-Namen empfunden habe, zwischen all den Kathis und Kaddas, an älteren Frauen neben Petra, Claudia und Birgit aber sehr erfrischend fand.

Michael und Thomas waren in den 1960ern ja ein totaler Sammelbegriff. Da geht es mir ähnlich wie mit Alexanders Hochzeit in den 1980ern: Der Name war zwar davor und danach schon da, aber in einer Generation absoluter Spitzenreiter.
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clarelia
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Ungelesener Beitrag 4. Mai 2020, 12:00

Marisol hat geschrieben:
4. Mai 2020, 11:10
[...]
Vielleicht sollte es noch so eine Kategorie geben von Klassikern mit Tendenz, die zwar immer da waren, aber in einer Generation doch deutlich häufiger.
Alexander
Thomas
Michael
Katharina
... wären für mich solche Fälle.

Caroline ist mir persönlich ausschließlich in meiner Generation bekannt, und da auch gleich ziemlich häufig. Aber vielleicht habe ich auch in einem Carolin Agglomerat gelebt? Die Statistik zeigt jedenfalls, dass der Name seit 1890 nie weg vom Fenster war, aber ca. 1980 bis 2000 dann doch deutlich geklettert ist.

Michael und Thomas waren in den 1960ern ja ein totaler Sammelbegriff. Da geht es mir ähnlich wie mit Alexanders Hochzeit in den 1980ern: Der Name war zwar davor und danach schon da, aber in einer Generation absoluter Spitzenreiter.
Bezüglich Caroline stimme ich dir zu.
Karoline gibt bzw. gab es bei Frauen über 90 ab und zu mal, und ab den 1980ern zusammen mit Caroline (und Carolin) auch wieder, der wäre bei mir auf der Kippe...

Ich persönlich sehe einen zeitlosen Klassiker eher als einen solchen an, der in keinem Jahrgang von ~1880 bis 2020 sehr ungewöhnlich war. In dem Sinne wären Michael und Thomas bei mir ganz klar dabei, aber ja, natürlich waren sie eine Zeit lang sehr viel häufiger als vorher und danach.
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Lilien
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Ungelesener Beitrag 4. Mai 2020, 20:26

Mhm so richtig zeitlose klassiker gibt es wohl nicht. Irgendwie unterliegen wohl die meisten bekannten Namen schwankungen.

Felix kenne ich in meinem Umfeld in jedem Alter. Obwohl ich ihn gefühlt in den 90ern am häufigsten fand. Er ja aber jetzt auch zur top ten gehört.
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