Adolf

Diskussionen zu Jungennamen.
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Wandarine
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Adolf

Beitrag von Wandarine » 30. August 2017, 17:38

Die Diskussion kam neulich in einem anderen Forum auf, dort wurde aber bald einstimmig beschlossen, dass der Threadstarter ein Troll war und das Thema nicht weiter verfolgt. Bis dahin war die Stimmung aber recht eindeutig:

Adolf und alle internationalen Varianten davon sind absolut unter allen Umständen unvergebbar.

Und da wir hier ja so ein diskussionsfreundliches Klima haben, wollte ich einfach mal hören, ob ihr das auch so seht, oder ob vielleicht manche Fälle debattierbar sind, etwa wenn der Name Familientradition ist.

Elaine
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Adolf

Beitrag von Elaine » 30. August 2017, 17:47

Ich könnte den Namen nicht vergeben und kann auch nicht begreifen, wie man eine Familientradition über das stellen kann, was der Name an Symbolik mitbringt.

Wenn ich von jemandem wüsste, der diese Tradition "trotzdem" hochhält, würde ich vermuten, dass in der Familie eine gewisse relativierende Meinung herrscht, à la "unter Adolf war ja nicht alles schlecht...".

Was wären denn internationale Varianten? Alles, was anders klingt, würde ich aus dem Bauch heraus sagen, ist schon machbar. Adolph halt auch eher nicht, das klingt ja identisch.

Violet
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Adolf

Beitrag von Violet » 30. August 2017, 18:09

Ich kann Elaine da nur zustimmen. Seh es genauso.
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Lilien
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Adolf

Beitrag von Lilien » 30. August 2017, 18:43

Ich habe eine Freundin, die den Namen als Nachnamen trägt. Und die muss sich andauernt blöde Sprüche desshalb anhörren.

Also ich würde Adolf nicht vergeben, auch nicht aus Tradition. Aber ich könnte mir eh niemals vorstellen einen Rufnamen aus Tradition zu vergeben. Als ZN fände ich es schon eher machbar.

Adolpho finde ich mit südländischem Hintergrund machbar.
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clarelia
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Adolf

Beitrag von clarelia » 30. August 2017, 19:21

Adolf und Adolph finde ich unter keinen Umständen vergebbar, insbesondere auch nicht aus Familientradition. Bei mir weckt eine solche Namensvergabe ähnliche Gedanken wie bei Elaine.
Internationale Varianten finde ich eventuell noch vertretbar, wenn man aus einem entsprechenden Land kommt und zu Deutschland keinen Bezug hat. Z.B. bei einem Adolphe, der aus Kamerun kommt, hätte ich keine großen Bedenken. Aber hierzulande fände ich solche Varianten annähernd genauso schlimm.

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Skadi
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Adolf

Beitrag von Skadi » 31. August 2017, 22:56

Rein von der Bedeutung her, hat Adolf ja etwas Schönes. Edler Wolf ist schön, aber Adolf finde ich klanglich unschön und zu vorbelastet. Erst kürzlich habe ich einen Artikel gelesen, in welchem es um die Adolfs der heutigen Zeit ging. Allesamt bekamen ihren Namen aufgrund Familientraditionen und weil die Eltern unterschätzten, wie stark Hitler im Gedächtnis der Menschheit bleiben würde.
Die Hälfte der Teilnehmer hatte sich umbenannt und alle hatten sie schlimme Geschichten. Nein, wenn man weitermachen will, dann sollte man doch mindestens einen Schritt von Adolf weg treten und Alf oder Alwolf/ Adalwolf oder wie auch immer suchen. smiley_23
Adolpho finde ich da auch nicht besser. Dann lieber einen zumindest ähnlich klingenden Alfons oder Alois...
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Liv
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Adolf

Beitrag von Liv » 31. August 2017, 23:13

Skadi hat geschrieben:Allesamt bekamen ihren Namen aufgrund Familientraditionen und weil die Eltern unterschätzten, wie stark Hitler im Gedächtnis der Menschheit bleiben würde.
Was hatten die gedacht? Noch 10 Jahre, dann weiß kein Mensch mehr, wer das war? smiley_33

Ich finde den Namen auch unvergebbar und mit diesem "irgendwann muss ja auch mal gut sein", was bei dieser Diskussion dann auch gern mal kommt, kann ich nichts anfangen.

Elaine
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Beitrag von Elaine » 1. September 2017, 06:35


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Wandarine
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Beitrag von Wandarine » 1. September 2017, 13:16

Liv hat geschrieben:
Skadi hat geschrieben:Allesamt bekamen ihren Namen aufgrund Familientraditionen und weil die Eltern unterschätzten, wie stark Hitler im Gedächtnis der Menschheit bleiben würde.
Was hatten die gedacht? Noch 10 Jahre, dann weiß kein Mensch mehr, wer das war? smiley_33
Ich kann mir schon vorstellen, dass man unmittelbar nach Kriegsende dachte, das relativiert sich mit der Zeit. A war vielen das Ausmaß des Holocaust gar nicht bewusst, B war Hitler eben auch nur einer von vielen Adolfs, also noch kein "Ein-Personen-Name" wie heute. Ist aber eben auch ein selbstverstärkender Effekt: je weniger Adolfs es gibt, umso mehr bleibt der Name ausschließlich mit Hitler verbunden, und umso weniger möchte man so heißen oder sein Kind so nennen. Je weniger Adolfs, desto weniger Adolfs.

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Beitrag von Liv » 1. September 2017, 13:28

Wandarine hat geschrieben:
Liv hat geschrieben:
Skadi hat geschrieben:Allesamt bekamen ihren Namen aufgrund Familientraditionen und weil die Eltern unterschätzten, wie stark Hitler im Gedächtnis der Menschheit bleiben würde.
Was hatten die gedacht? Noch 10 Jahre, dann weiß kein Mensch mehr, wer das war? smiley_33
Ich kann mir schon vorstellen, dass man unmittelbar nach Kriegsende dachte, das relativiert sich mit der Zeit. A war vielen das Ausmaß des Holocaust gar nicht bewusst, B war Hitler eben auch nur einer von vielen Adolfs, also noch kein "Ein-Personen-Name" wie heute. Ist aber eben auch ein selbstverstärkender Effekt: je weniger Adolfs es gibt, umso mehr bleibt der Name ausschließlich mit Hitler verbunden, und umso weniger möchte man so heißen oder sein Kind so nennen. Je weniger Adolfs, desto weniger Adolfs.
Aber unmittelbar nach Kriegsende den Namen Adolf zu vergeben ist ja noch krasser. Klar gab es damals noch mehr Adolfs und der Name war gängiger, trotzdem war auch damals der Name eindeutig besetzt, sonst wäre der nicht so selten geworden.
Also von mir aus darf der Name gern aussterben. Klingt ja nicht mal gut. :D

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