Christel

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Marisol
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Ungelesener Beitrag 15. September 2021, 20:40

Analog zu Bert(h)a habe ich neulich an Christel denken müssen. Ob Christel wohl mal wieder modern wird?
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hielt sich Christel wacker in den Top 50.

Im engeren Sinne finde ich Christel gar nicht unbedingt schön, aber etwas interessantes, ungewöhnliches hat er doch. Ich erinnere mich, dass ich mal eine englische Brieffreundin namens Crystal hatte, deren Namen ich naturgemäß (weil englisch) und wegen der offensichtlichen Bedeutung (Kristall) cool fand. Mein Vater hat das ganze dann entzaubert, indem er mich darauf aufmerksam machte, in unserer Familie gäbe es ja auch die "Tante Chrischdel" (eine entfernte Großtante, die amtlich Christine hieß).

Vielleicht wird Christel nie der große Hit, aber sie hat auch so einen verschrobenen Charme, den ich mir schon wieder als salonfähig vorstellen kann. Vielleicht ein bisschen wie Heidi? Oder Lutz?
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Astrid
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Ungelesener Beitrag 17. September 2021, 01:06

Marisol hat geschrieben: 15. September 2021, 20:40
Vielleicht wird Christel nie der große Hit, aber sie hat auch so einen verschrobenen Charme, den ich mir schon wieder als salonfähig vorstellen kann. Vielleicht ein bisschen wie Heidi? Oder Lutz?
Ich kenne eine etwa 40 Jährige Christel, dessen Tochter Heidi heißt. 😁

Ich persönlich empfand den Namen an ihr immer etwas seltsam, da wir ja fast im selben Alter sind.
Elaine
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Ungelesener Beitrag 17. September 2021, 13:19

Ich kenne zwei Christel (Christels?Christeln?), Mitte 40, weiblich und Anfang 70, mönnlich.
Für beide finde ich die Namen unpassend. Für ihn, weil doch überwiegend weiblich vergeben, für sie, weil sie zu jung für den Namen ist.
Jede andere Form (Christian, Christina, Christiane...) ist mir lieber.
Violet
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Ungelesener Beitrag 17. September 2021, 13:34

Christel finde ich, ist einfach nur ein Spitzname. Christa, okay. Christina Christiane etc...klar, geläufige Namen. Christel ist eben eine Koseform davon.
Ähnlich Gretel. Kannte eine, die hieß eigentlich Margarete. Hinter jeder Christel würde ich eine Christiane o.ä. erwarten...
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Marisol
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Ungelesener Beitrag 17. September 2021, 15:54

Elaine hat geschrieben: 17. September 2021, 13:19 Ich kenne zwei Christel (Christels?Christeln?), Mitte 40, weiblich und Anfang 70, mönnlich.
Interessant, ich dachte immer, Christel sei amtlich nur an Frauen vergebbar, und die Männer hießen eigentlich Christian.

Christa finde ich auch gar nicht so verkehrt. Gefällt mir jedenfalls besser als Christina, oder Christin/Kristin.

Interessanterweise finde ich Christel gar nicht so niedlich und spitznamig wie Gretel oder Maxl.
Ich überlege gerade, woran das liegt:
Es gibt auch die französische Form Christelle , und im Französischen insgesamt viele Namen auf -elle: Marielle, Isabelle, Gabrielle... Die alle eindeutig seriös und vollwertig erscheinen. Wenn man aber genauer hinguckt, dann scheint es zwei Ursprünge des -elle zu geben: Das eine als Diminutiv (Verkleinerungsform), das ist bei Christelle und Marielle der Fall. Bei der Mehrheit scheint es aber keine Verniedlichungsfunktion zu haben: Es sind viele hebräische Namen auf -el bei denen die weibliche Form mit -elle gebildet wird: Daniel-Danielle, Gabriel-Gabrielle, Michael/Michel-Michelle. Oder das -elle ergab sich auf andere Weise, um Namen einzufranzösischen, wie bei Isabel-Isabelle, Gisela-Giselle, oder den Wortnamen Belle (schön) und Estelle (Stern).
Das klangliche "ell" als Endung bei Frauennamen empfinde ich deshalb als "reguläre" Endung.
Bei Gretel ist natürlich der kindliche Märchencharakter sehr stark. Aber unmachbarer als Heidi oder Leni finde ich Gretel nicht.

Eigentlich ist ja auch die -ina Endung eine beliebte Kose-Verlängerung: Jana-Janina, Anna-Annina, ...
Das schwingt für mich sogar bei Christina mit. Auch wenn ich glaube, bei Christina hat es sich anders zugetragen, und das -tina ist ein verschliffenes -tiana von Christiane/a. Aber vielleicht weiß dazu jemand mehr?
Daher versuche ich mir herzuleiten, warum ich Christina auch nicht gänzlich unsüßer finde.
Wenn es mir um Seriösität gehen würde, dann würde ich jedenfalls zu Christa oder Christiana/Christiane greifen.
Liv
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Ungelesener Beitrag 17. September 2021, 17:28

Christel geföllt mir leider so gar nicht und ist mir auch zu verniedlicht, so wie Bärbel, Liesel, Gretel. Christa und vor allem Krista habe ich in Babygalerien aber schon öfter mal gesehen. Da denke ich eher, dass die ein Comeback erfahren wird als Christel.
Violet
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Ungelesener Beitrag 17. September 2021, 18:15

Christelle wäre für mich auch ein vollwertiger Name. Weil es im Französischen eben mehrere so endende Namen gibt, die weiter verbreitet sind.
Im Deutschen ist das ja nicht so und zudem ist die Aussprache ja auch eine andere.
Liv
Beiträge: 703
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Ungelesener Beitrag 17. September 2021, 18:41

Violet hat geschrieben: 17. September 2021, 18:15 Christelle wäre für mich auch ein vollwertiger Name. Weil es im Französischen eben mehrere so endende Namen gibt, die weiter verbreitet sind.
Im Deutschen ist das ja nicht so und zudem ist die Aussprache ja auch eine andere.
Geht mir auch so. Im Deutschen empfinde ich die -el-Endung wie -chen. Gretchen, Gretel.
Meeresliebe
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Ungelesener Beitrag 18. September 2021, 13:46

Ich kenne Christel nur als Spitzname und bin kein großer Fan davon.
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clarelia
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Ungelesener Beitrag 18. September 2021, 13:53

Für mich wirkt Christel sehr stark verniedlicht, für mich steht sie in einer Reihe mit z.B. Gretel, Liesel, Bast(e)l, Gust(e)l etc., auch wenn sie als vollwertiger Name sehr geläufig ist. Das e spreche ich bei diesen Namen nicht mit, im Gegensatz zu den französischen Namen auf -elle. Ich verstehe den leicht schrulligen Charme, aber von Gefallen kann bei mir auch keine Rede sein. Als offizieller Name ist Christel für mich stark weiblich konnotiert, er kann aber als Rufname genauso gut männlich sein (traditonell am ehesten von Christoph abgeleitet).

Und mir ist Christel/Christl auch als Nachname sehr geläufig, ebenso Christa - letztere scheint speziell in meiner Umgebung gehäuft vorzukommen.

Ich wünsche ja Christa oder meinetwegen Krista ein kleines Comeback. Auch die anderen Christ-Namen mag ich im Großen und Ganzen gerne, auch wenn es bei vielen wohl noch mindestens eine Generation dauern wird, bis sie wieder modern werden könnten.

Die -ina-Endung bei Christina hätte ich am ehesten als Erweiterung der weiblichen Form Christa zu Christus gesehen, so wie bei Justus/Justina (Justa gibt es auch, ist allerdings sehr selten) oder Paul/Paula/Paulina.
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