Papas oder Mamas Namen als Rufnamen

Allgemeines zu (Vor)Namen.
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Ranjana
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Papas oder Mamas Namen als Rufnamen

Beitrag von Ranjana » 6. Dezember 2017, 10:03

Moin,

mein Kollege erzählte gerade, dass er an einen potentiellen Sohn auf jeden Fall seinen eigenen Namen weitergeben möchte.
Definitiv als Rufname, weil ihm sonst keine Jungennamen gefallen.

Ich finde ja "Vorname Nachname sen." und "Vorname Nachname jun." in der heutigen Zeit echt überholt.

Wie steht ihr dazu?

Gruß,
Ranjana
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Wandarine
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Papas oder Mamas Namen als Rufnamen

Beitrag von Wandarine » 6. Dezember 2017, 10:48

Hm, schwierig.
Also einfallslos finde ich es schon, und vermutlich auch unpraktisch im Alltag, aber wirklich schlimm auch wieder nicht. Auch wenn ich den Grund deines Kollegen schon blöd finde. Wenn es hingegen Familientradition ist, finde ich es sogar ganz nett, die auch weiterzuführen.

Wenn deinem Kollegen wirklich partout kein anderer Name gefällt, kann das ja ein Fall von "jeder sucht einen Namen aus" werden, Mama den ersten und Papa setzt seinen eigenen in die Mitte. Das wäre ja hübsch.

Was macht der Herr eigentlich, wenn er mal zwei Söhne bekommt? Beide nach sich benennen? smiley_28
(Muss noch jemand an Michael Jackson denken?)

Ranjana
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Papas oder Mamas Namen als Rufnamen

Beitrag von Ranjana » 6. Dezember 2017, 10:52

Sein Name lässt so viel Spielraum an Varianten, ich glaube, er würde sich dann da bedienen.

Und nein, es ist keine fortgeführte Familientradition.
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ricola
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Papas oder Mamas Namen als Rufnamen

Beitrag von ricola » 6. Dezember 2017, 18:01

Also ich weiß nicht, heutzutage finde ich es auch ein wenig überholt, wenn es keinen besonderen Grund gibt. Als Zweiten Namen finde ich es dann wieder ganz schön.

In meiner Familie gibt es schon seit vielen Generationen den Peter. Mein Ururopa hieß so, alle folgenden mit Zweitnamen. Ich hätte mit zweiten Namen wohl auch Peter geheißen, wenn ich ein Junge gewesen wäre.
Peter selbst Mal als Zweitnamen zu vergeben kann ich mir durchaus vorstellen, auch wenn er jetzt nicht der hübscheste Namen ist (Aber ich denke auch, dass er zu vielen Namen gut passt).

Eine Variante weiterzugeben finde ich aber auch nett. (Z.B. wenn die Eltern Anja und Klaus heißen, die Kinder dann Niklas und Annika zu nennen (oder so))

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Lilien
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Papas oder Mamas Namen als Rufnamen

Beitrag von Lilien » 6. Dezember 2017, 18:11

Ich kenne Familien bei denen es so ist und die Kinder finden es total nervig. Denn es ist einfach unpraktisch. Ein Rufname ist ja zur Unterscheidung da und dann im engsten Umfeld zweimal der gleiche rufname? Finde ich blöd.

Ich finde es auch relativ arrogant seinen eigenen Namen zu vergeben und stelle mir da eine bestimmte persöhnlichkeit drunter vor. (Trumps erster Sohn heisst übrigens Donald)
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Papas oder Mamas Namen als Rufnamen

Beitrag von Marisol » 6. Dezember 2017, 18:35

Während Nachbenennungen an sich schon ihre Berechtigung haben, wirkt es auf mich nicht nur völlig überholt, sondern auch ein wenig selbstherrlich, das eigene Kind nach einem selbst zu benennen. Bei Nachbenennungen schwingt ja immer auch der Wunsch mit, einer geschätzten Person ein 'Denkmal' zu setzen und dem Nachkömmling positive Eigenschaften der Person mit auf den Weg geben zu wollen.

Nur aus Fantasielosigkeit das eigene Kind nach sich selbst zu benennen, finde ich eine sehr lieblose Geste. Die Namenswahl mag für viele nicht so große Bedeutung wie hier im Forum haben, aber ein paar Gedanken dafür aufzuwenden, mit welchem Namen das Kind durchs Leben geht, finde ich nun nicht zu viel verlangt. Bei der Vielfalt und Zugänglichkeit an Namen kann mir niemand erzählen, dass sich nicht zumindest ein akzeptabler Kompromiss findet.

Einen eigenen Rufnamen, der nicht im innersten Kreis der Familie bereits vergeben ist, finde ich auch für die eigene Identität sehr wichtig. Ich kann mir vorstellen, dass ähnlich wie bei Zwillingen oder Geschwistern, die durch fast identische Namen zu einer Einheit gemacht werden (à la Jan und Jana, Lisa und Lina), dass es bei einer Nachbenennung als Rufname auf einem lastet, nur die "junior" Version des Elternteils zu sein.

Ich würde es auch ablehnen, dass jeweils der Erstgeborene einer Familie den gleichen Namen erhält. Der dahintersteckende 'Wert' des erstgeborenen Mannes ist für mich ehrlich gesagt Ausdruck einer überholten Hegemonie. Ich will nicht jeder Familie, die das so praktiziert, Sexismus unterstellen, aber für mich ist der Beigeschmack doch so bitter, dass das den (möglicherweise sehr gut gemeinten) Ausdruck von Familienzugehörigkeit übertönt. Wem das wichtig ist, der kann auch Namen geliebter verstorbene Verwandten vergeben, oder Namen einer anderen Generation als Zweitnamen. Das finde ich besonders dann berechtigt, wenn der Nachname mit diesem Teil der Familie nicht geteilt wird.

Und unpraktisch finde ich es auch, ja. Das ist auch für mich das ausschlaggebendste Argument gegen sehr häufige Vornamen.

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Papas oder Mamas Namen als Rufnamen

Beitrag von Skadi » 6. Dezember 2017, 18:38

Väterlicherseits heißen bei uns in der Familie alle erstgeborenen Söhne Reiner. Bis auf meinen Bruder, meine Mutter brach die Tradition. Zum Glück. Mittlerweile besteht kein Kontakt mehr, aber es gab Familienfeste mit drei Reiners - keine Zweitnamen, keine Spitznamen, nur doof. smiley_4

Unterschieden wurde durch Zusatz. "Opa Reiner", "Enkel Reiner" etc.
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Papas oder Mamas Namen als Rufnamen

Beitrag von Violet » 7. Dezember 2017, 06:00

Als Zweitnamen okay, aber als Rufname? Find ich ganz schrecklich. Es gibt so viele schöne Namen auf der Welt... da muss es nicht der eigene sein... smiley_14
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clarelia
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Papas oder Mamas Namen als Rufnamen

Beitrag von clarelia » 7. Dezember 2017, 07:40

Marisol hat geschrieben:Während Nachbenennungen an sich schon ihre Berechtigung haben, wirkt es auf mich nicht nur völlig überholt, sondern auch ein wenig selbstherrlich, das eigene Kind nach einem selbst zu benennen. Bei Nachbenennungen schwingt ja immer auch der Wunsch mit, einer geschätzten Person ein 'Denkmal' zu setzen und dem Nachkömmling positive Eigenschaften der Person mit auf den Weg geben zu wollen.

Nur aus Fantasielosigkeit das eigene Kind nach sich selbst zu benennen, finde ich eine sehr lieblose Geste. Die Namenswahl mag für viele nicht so große Bedeutung wie hier im Forum haben, aber ein paar Gedanken dafür aufzuwenden, mit welchem Namen das Kind durchs Leben geht, finde ich nun nicht zu viel verlangt. Bei der Vielfalt und Zugänglichkeit an Namen kann mir niemand erzählen, dass sich nicht zumindest ein akzeptabler Kompromiss findet.

Einen eigenen Rufnamen, der nicht im innersten Kreis der Familie bereits vergeben ist, finde ich auch für die eigene Identität sehr wichtig. Ich kann mir vorstellen, dass ähnlich wie bei Zwillingen oder Geschwistern, die durch fast identische Namen zu einer Einheit gemacht werden (à la Jan und Jana, Lisa und Lina), dass es bei einer Nachbenennung als Rufname auf einem lastet, nur die "junior" Version des Elternteils zu sein.

Ich würde es auch ablehnen, dass jeweils der Erstgeborene einer Familie den gleichen Namen erhält. Der dahintersteckende 'Wert' des erstgeborenen Mannes ist für mich ehrlich gesagt Ausdruck einer überholten Hegemonie. Ich will nicht jeder Familie, die das so praktiziert, Sexismus unterstellen, aber für mich ist der Beigeschmack doch so bitter, dass das den (möglicherweise sehr gut gemeinten) Ausdruck von Familienzugehörigkeit übertönt. Wem das wichtig ist, der kann auch Namen geliebter verstorbene Verwandten vergeben, oder Namen einer anderen Generation als Zweitnamen. Das finde ich besonders dann berechtigt, wenn der Nachname mit diesem Teil der Familie nicht geteilt wird.

Und unpraktisch finde ich es auch, ja. Das ist auch für mich das ausschlaggebendste Argument gegen sehr häufige Vornamen.

Das hast du sehr schön geschrieben, genauso sehe ich das auch.

aoife rua
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Papas oder Mamas Namen als Rufnamen

Beitrag von aoife rua » 8. Dezember 2017, 19:43

Und ich auch.

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