Namen "recyclen"

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Skadi
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Namen "recyclen"

Beitrag von Skadi » 25. Juli 2017, 14:54

Ich hoffe, ihr findet den Begriff nicht zu abwertend. Ich war mir unsicher, wie ich es nennen sollte.

Ein kleines Beispiel.
Anna und Robert erwarten ein Baby. Ein Mädchen soll Elise heißen, ein Junge Florian. Sie bekommen eine kleine Elise. Dass sie als Junge Florian geheißen hätte, halten sie in Elises Babyalbum fest. Zwei Jahre später kündigt sich wieder ein Baby an, diesmal ein Junge. Würdet ihr, wenn der Name noch immer gefällt, dazu raten, Florian zu vergeben? Oder würdet ihr eher zu einem anderen Namen tendieren, wenn Anna und Robert den Namen Fabian ebenfalls in Erwägung ziehen?

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Maia
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Namen "recyclen"

Beitrag von Maia » 25. Juli 2017, 18:13

Also ich fände es nicht schlimm, wenn sie Florian vergeben - vorausgesetzt er gefällt ihnen immer noch so gut wie damals, was ja dann anscheinend der Fall ist. Meine Eltern haben das auch gemacht: bei mir und meiner Schwester steht in unserem Babyalbum jeweils der Name drin, den wir als Junge bekommen hätten. Ein paar Jahre später kam mein kleiner Bruder auf die Welt und die haben ihm den Namen gegeben, weil er ihnen beiden am besten gefallen hat. Zur Auswahl stand zwar noch ein anderer Name, aber den mochten sie nicht so gern. Eigentlich heißt das ja nur, dass der Geschmack gleich geblieben ist, das ist ja auch kein wirkliches "Recyceln".
Blöd finde ich die Situation aber wie sie bei meinen Cousins ist: Sohn 1 hat zwei Namen bekommen weil das die einzigen beiden Namen waren, die den Eltern gefallen haben, heißt also jetzt z.B. Ben Elias. Sohn 2 hat als ersten und einzigen Namen den Zweitnamen des ersten bekommen, heißt also nur Elias. Das wiederum finde ich nicht unbedingt so gut gelöst, weil es schon irgendwie den Eindruck erweckt, als ob die Eltern sich keinen neuen Namen für ihn suchen wollten.

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Lilien
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Namen "recyclen"

Beitrag von Lilien » 25. Juli 2017, 18:23

Ich habe beim namens recyclen auch ein eher schlechtes Gefühl. Irgendwie fühlt es sich so an, als wird man dem Kind damit nicht gerecht, weil man es einfach ersetzt. Trotzdem fände ich es auch doof, meinen absoluten Favoriten verfallen zu lassen. Eine Zeit lang wollte ich desshalb unisex Namen vergeben oder Namen bei denen es varianten für beide Geschlechter gibt (Anton und Antonia). Einfach weil ich es komisch finde für ein Kind 2 Namen zu wählen und die entscheidung nur vom Geschlecht abhängig zu machen.

In mir ist irgendwie die Vorstellung, dass ein Kind in gewisser weise seinen Namen mit aussucht, wenn die Mutter dafür sensibel ist. Ich habe schon oft erlebt, dass Mütter Favoriten hatten und als sie dann wirklich schwanger waren kamen die alle nicht in Frage. Desshalb würde ich wohl bei einem zweiten Kind nochmal von neuem nach einem Namen suchen und wieder offen für alles sein. Damit auch das zweite Kind eine Chance hat seinen Namen zu zeigen. Würde aber auch den recyclten Namen vergeben, wenn wir schlussendlich wieder dort landen.
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Wandarine
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Namen "recyclen"

Beitrag von Wandarine » 25. Juli 2017, 20:01

Ich habe mir darüber ehrlich gesagt noch nie Gedanken gemacht und empfinde es spontan auch nicht als schlimm. Auch wenn ich einige der hier angebrachten Punkte schon nachvollziehen kann.
Das erste Kind bekommt eben den erstliebsten Namen, das zweite den zweitliebsten, unter der Annahme, dass sich das in der Zwischenzeit nicht geändert hat. Wenn es sich für die Eltern falsch anfühlt, weil der nicht benutzte Name eben doch irgendwie zum ersten Kind gehört, kann ich das nachvollziehen, aber ich würde es den Eltern nicht zum Vorwurf machen, wenn sie sich nicht dran stören und den Namen doch vergeben.

Blöd finde ich dagegen, was Maia gesagt hat. Beide Lieblingsnamen auf einmal verbraten und dann keine Ideen mehr haben. Dazu fallen mir mein Ex und seine Schwester ein: Die Eltern wollten zwei Mädchen und hatten für beide schon Namen. Als er dann ein Junge wurde bekam er den nächstbesten Namen mit gleichem Anfangsbuchstaben und sie dann später beide Mädchennamen in der vorgesehenen Reihenfolge (also z.B. Lukas & Leonie Maria statt Leonie & Maria)

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Namen "recyclen"

Beitrag von Violet » 25. Juli 2017, 20:37

Ist ja nicht so, dass man den Zweitnamen von Kind 1 oder gar den eines verstorbenen Kindes nochmal vergibt.
Kind 1 heißt nicht so und gut.
Ist doch schön, wenn man den Namen noch so mag.
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Namen "recyclen"

Beitrag von Elaine » 25. Juli 2017, 20:59

Sehe ich auch so wie Violet und hätte ich auch fast so gemacht.

Kind 1 hätte bei uns als Junge Justus oder Julius geheißen, wir waren lange unschlüssig und haben auch erst in der 35. Woche relativ sicher erfahren, dass es ein Mädchen wird. Da es aber keine 100% "pro-Mädchen" waren, brauchten wir auch einen Jungsnamen und sind mit dem Namen Justus zur Geburt gefahren. Das haben wir aber erst direkt davor entschieden (also zwischen Justus und Julius).

Es wurde dann ja keiner :) und bei Kind 2 wussten wir viel früher, dass es höchstwahrscheinlich ein Mädchen wird. Trotzdem wieder die Überlegung, falls nicht...? Unsere beiden Lieblingsnamen für einen Jungen waren noch die gleichen. Sie wäre dann aber ein Julius geworden, weil es besser zur Schwester geklungen hätte.

Inzwischen haben die beiden aber eine Cousine namens Julia...

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Namen "recyclen"

Beitrag von aoife rua » 25. Juli 2017, 21:23

Violet hat geschrieben:Ist ja nicht so, dass man den Zweitnamen von Kind 1 oder gar den eines verstorbenen Kindes nochmal vergibt.
Kind 1 heißt nicht so und gut.
Ist doch schön, wenn man den Namen noch so mag.
Sehe ich ganz genau so. Ich finde da sogar den Begriff recyclen unpassend, weil der Name beim ersten Kind eben NICHT verwendet wurde.

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Namen "recyclen"

Beitrag von Marisol » 26. Juli 2017, 00:04

Ich finde das gar nicht schlimm.

Sogar bei einem Sternenkind, wie es bei meinen Eltern der Fall war. Der Jugenname stand schon immer fest, es gab einfach keinen, der beiden so gut gefiel. Letztendlich konnte der erste Junge leider nie das Licht der Welt erblicken, da war es für meine Eltern dann Jahre später eine Versöhnung mit dem Schicksal, dass sie ihren Lieblingsnamen dann Jahre später an einen gesunden Jungen vergeben konnten, der diesen auch durchs Leben trägt.
Ich hätte als Junge auch wie mein Bruder gehießen und wir haben das eben immer als Zeichen gesehen, dass meine Eltern von dem Namen wirklich überzeugt waren. Ebenso wollte meine Tante den vorgesehenen Mädchennamen meines Bruders verwenden, weil er ihr so gut gefiel.

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Namen "recyclen"

Beitrag von Violet » 26. Juli 2017, 07:32

aoife rua hat geschrieben:
Sehe ich ganz genau so. Ich finde da sogar den Begriff recyclen unpassend, weil der Name beim ersten Kind eben NICHT verwendet wurde.
Genau, das kommt noch dazu!


Was Marisol schreibt, würde ich nicht machen. Für mich hat auch oder gerade ein Sternenkind einen eogenen Namen verdient. Da würde ich mich fühlen, als würde ich das Sternenkind abwerten und das nächste mit dem gleichen Geschlecht als Ersatz ansehen.
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Namen "recyclen"

Beitrag von la papillionne » 26. Juli 2017, 09:19

Maia hat geschrieben:Also ich fände es nicht schlimm, wenn sie Florian vergeben - vorausgesetzt er gefällt ihnen immer noch so gut wie damals, was ja dann anscheinend der Fall ist. Meine Eltern haben das auch gemacht: bei mir und meiner Schwester steht in unserem Babyalbum jeweils der Name drin, den wir als Junge bekommen hätten. Ein paar Jahre später kam mein kleiner Bruder auf die Welt und die haben ihm den Namen gegeben, weil er ihnen beiden am besten gefallen hat. Zur Auswahl stand zwar noch ein anderer Name, aber den mochten sie nicht so gern. Eigentlich heißt das ja nur, dass der Geschmack gleich geblieben ist, das ist ja auch kein wirkliches "Recyceln".
Blöd finde ich die Situation aber wie sie bei meinen Cousins ist: Sohn 1 hat zwei Namen bekommen weil das die einzigen beiden Namen waren, die den Eltern gefallen haben, heißt also jetzt z.B. Ben Elias. Sohn 2 hat als ersten und einzigen Namen den Zweitnamen des ersten bekommen, heißt also nur Elias. Das wiederum finde ich nicht unbedingt so gut gelöst, weil es schon irgendwie den Eindruck erweckt, als ob die Eltern sich keinen neuen Namen für ihn suchen wollten.
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