Rein klanglich, losgelöst von Konnotation

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Fräulein Mimi
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Re: Rein klanglich, losgelöst von Konnotation

Beitrag von Fräulein Mimi » 2. Februar 2018, 11:54

Skadi hat geschrieben:
2. Februar 2018, 11:24
lamea hat geschrieben:
30. Januar 2018, 20:49
Skadi hat geschrieben:
29. Januar 2018, 16:34
Seit wann gibt es in Süddeutschland kein stimmhaftes S? Mein Leben lang nervt mich, dass die Schwaben alles stimmhaft sprechen, auch wenn es stimmlos sein sollte. Hatte mal ein vierzigminütiges Referat über das Kollozeum und dachte, ich werde wahnsinnig. :oops:
Waaaaaas? smiley_31 Nee, das ist genau andersrum. Da bin ich mir echt sicher, wir haben nämlich grad nen Patienten zur Sigmatismustherapie (Lispeln) und müssen jetzt im Anlaut immer stimmlos anleiten, weil das stimmhafte s (in phonetischer Umschrift [z]) hier sowieso nicht gesprochen wird... smiley_4
die Zahl sechs wird genau so wie das englische "Sex" ausgesprochen... das ist ein total scharfes, stimmloses s smiley_26

Kann es sein, dass das ein Einzelfall war oder die Person kein Schwabe war? Ich bin mir nämlich wirklich sehr sicher, wir haben uns in mehreren Fächern schon damit beschäftigt... "Susi sag mal süße Sahne"
Ich lebe jetzt seit 21 Jahren als Nicht-Schwabe und Nicht-Badener zeitweise unter Schwaben und unter Baden und allesamt hatten mit stimmlosem S mehr Probleme als mit stimmhaftem. Ganz, ganz sicher. Und sechs spricht absichtlich niemand wie Sex, da würden ja alle kichern. :oops:
Also, meine Erfahrung ist das absolute Gegenteil. Aber ich habe auch nicht in jeder Ecke gewohnt und kenne auch erst die Dialekte aus etwa vier Landkreisen richtig gut.
Aber, wie gesagt, das Gegenteil ist der Fall. smiley_26
Kann es sein, dass du stimmlos und stimmhaft verwechselst?
Ich bin Badnerin, habe ganz lange im Schwäbischen gewohnt, habe an einer schwäbischen Uni Linguistik studiert (mit Schwerpunkt Dialekte) und habe gerade nochmal auf Wikipedia geschaut:
Wikipedia hat geschrieben:s-Laute: Das Schwäbische kennt wie andere süddeutsche Dialekte nur das stimmlose s; ein stimmhaftes s, das aus dem Niederdeutschen in die deutsche Standardsprache eingedrungen ist (z. B. in Rose oder auch am Wortanfang), gibt es nicht. Die besondere Kennzeichnung eines stimmlosen s etwa durch den Buchstaben "ß" ist deshalb im Schwäbischen überflüssig.
https://de.wikipedia.org/wiki/Schw%C3%A4bischer_Dialekt

Und Lamea als angehende Logopädin dürfte da zustimmen.
Klar- es gibt sicher Ausnahmen, aber idR ist in Süddeutschland das stimmhafte S eine Seltenheit.

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lamea
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Re: Rein klanglich, losgelöst von Konnotation

Beitrag von lamea » 2. Februar 2018, 12:57

also nur nochmal zum Klarstellen: das S in Skadi ist stimmlos, also "gezischt" (Schlange!), in phonetischer Umschrift [s], genau so wie zB in [s]ex - im Kontrast zu der Zahl "sechs", die am Anfang ein stimmhaftes, "gesummtes" S (Biene!) hat, in phonetischer Umschrift [z]. Das findet sich (mal ganz grob gesagt und alle Ausnahmen außer Acht gelassen) am Wort- bzw Silbenanfang, zB bei dem Namen Susanne, also [z]u[z]anne.
Es ist vielleicht etwas verwirrend, dass es mit einem [z] transkribiert wird, aber man darf es wie gesagt nicht als "zett" lesen, sondern als gesummtes S.

Mathilda von Möhrenfeld ( :D ) erklärt es in diesem Video ganz gut: https://www.youtube.com/watch?v=hDCf1SzEDFU

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Skadi
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Re: Rein klanglich, losgelöst von Konnotation

Beitrag von Skadi » 2. Februar 2018, 20:32

Ich verwechsle es nicht. Die Leute um mich herum sprechen alles stimmhaft, was eigentlich stimmlos gehört. Sie sprechen Sex auch häufig wie die Zahl 6, nicht anders herum.
Ich mag euch ja auch keinerlei Kompetenzen absprechen, aber so habe ich es immer erlebt. Wie in den Vortrag über das Kolosseum, das eigentlich stimmlose S hat, aber stimmhaft gesprochen wurde. Ich kann mich an kein Mal erinnern, in dem es anders herum der Fall war.
Auch meine Mutter hat sich geärgert, weil meine Schwester ein stimmloses S im Namen haben sollte (L.uisa), aber alle stimmhaft sprachen (wie es im Deutschen eigentlich auch üblicher ist, glaube ich).

Keine Ahnung, warum sie das eigentlich nicht können sollten. Vielleicht kommt es aber auch daher, dass ich Leute mit wirklich breitem Dialekt auch bis heute nicht verstehe und selten mit ihnen spreche. Eher mit Leuten, die Standarddeutsch und Dialekt mischen.
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Re: Rein klanglich, losgelöst von Konnotation

Beitrag von Fee » 2. Februar 2018, 23:23

Ich arbeite als Logopädin in Schwaben. Hier bei uns sprechen die Wenigsten ein stimmhaftes /s/ 😉

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Re: Rein klanglich, losgelöst von Konnotation

Beitrag von Violet » 3. Februar 2018, 17:02

Ich zitier mich nochmal selbst, weil der Beitrag vor lauter s wsohl untergegangen ist :D und mir fiel noch ein Name ein, der mir auch nicht so gefällt, aber passt... Justina (dt.) - justieren
Violet hat geschrieben:
31. Januar 2018, 20:26
Weil es im anderen Thread gerade um Dumenia ging... es gibt einige Namen, die in meinem Kopf sofort sofort ein anderes Wort aufploppen lassen und das versaut dann alles...obwohl es teilweise teilweise so weit hergeholt ist, assoziiert mein Gehirn da sofort smiley_38
Dumenia - dumm, Domäne
Dorena - Dorade
Pamina - Paniermehl
Lamia/Lamiya (gefällt mir nicht so, passt aber gerade) - laminieren
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Re: Rein klanglich, losgelöst von Konnotation

Beitrag von Polly » 13. Februar 2018, 01:11

Evelyn, den finde ich klanglich eigentlich wieder total modern, aber ich denke zu sehr an Frauen um die 60.

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Re: Rein klanglich, losgelöst von Konnotation

Beitrag von Ranjana » 14. Februar 2018, 00:30

Rudolf

Würde gut zu meinen Lieblingen Roderich und Ricarda passen, aber ein Bub namens Rudolf smiley_31
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Re: Rein klanglich, losgelöst von Konnotation

Beitrag von Ranjana » 26. Februar 2018, 11:18

Fabian und Marlon - ich kann mir beide absolut nicht an einem Erwachsenen vorstellen. Ich kenne zwar einen erwachsenen Fabian, aber der ist zudem so ein Ar***, dass ich den Bamen nie vergeben würde.
Klanglich mag ich sie aber beide sehr gerne.
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Re: Rein klanglich, losgelöst von Konnotation

Beitrag von Violet » 26. Februar 2018, 15:46

Ranjana hat geschrieben:
14. Februar 2018, 00:30
Rudolf

Würde gut zu meinen Lieblingen Roderich und Ricarda passen, aber ein Bub namens Rudolf smiley_31
Ich kann mir eher einen Rudolf als einen Roderich vorstellen smiley_31
Joris *11/16
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Re: Rein klanglich, losgelöst von Konnotation

Beitrag von Ranjana » 26. Februar 2018, 16:00

Violet hat geschrieben:
26. Februar 2018, 15:46
Ranjana hat geschrieben:
14. Februar 2018, 00:30
Rudolf

Würde gut zu meinen Lieblingen Roderich und Ricarda passen, aber ein Bub namens Rudolf smiley_31
Ich kann mir eher einen Rudolf als einen Roderich vorstellen smiley_31
Ich hab mit einem Roderich die Schulbank gedrückt, zumindest ein paar Jahre.
Sein Bruder wäre fast ein Childerich geworden, die Eltern haben sich dann aber für Wilhelm entschieden.
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