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Kevinismus seit wann?

Elaine
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Beitrag von Elaine » 10. September 2017, 20:54

"Ganz früher", klar, da hat die Oberschicht die Trends gesetzt und dann nach unten durchgereicht.

Ich frage mich halt, ob es das in der Form auch in den 70er Jahren gab?

Einige Unterschichtskinder, mit denen ich als Kind zu tun hatte (in meiner Grundschul(Parallel-)klasse mit tlw. problematischem Einzugsgebiet), hießen Christine, Bettina, Bärbel(2x) und Kerstin. Diese Namen waren aber alle später im Gymnasium genauso vertreten. Daran hätte man also gar nichts festmachen können.
Es gab aber auch Ro.mano, Me.nika und Ro.sanna. Diese Namen habe ich in meinem späteren Umfeld und auch generell dann nicht mehr gehört. Ich weiß aber auch nicht, welchen Hintergrund die Familien hatten (südländisch? Sinti/Roma?).

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Skadi
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Beitrag von Skadi » 17. September 2017, 10:55

Ich wollte keinen neuen Thread eröffnen und denke, hier passt es noch am besten hin:

Ich las kürzlich in einem anderen Forum die Aussage, eine befreundete Lehrerin habe die Worte geprägt "Finn und Lea scheinen mir die neuen Kevins und Chantals".

Habt ihr sowas schon irgendwo mitbekommen oder gesehen? Auf mich wirken die Namen einfach durchschnittlich und häufig.
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Elaine
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Beitrag von Elaine » 17. September 2017, 11:04

Alle Finns, die ich kenne, sind zumindest heftige Rabauken. Schon mit Mittelschichtseltern, allerdings überdurchschnittlich magerer Erziehungskompetenz.
Lea habe ich in dieser Ecke noch nicht wahrgenommen, obwohl ich auch von einer "Hochhaus"-Lea weiß (Schwester: Mia, auch mMn. ein eher unauffälliger Name)... aber eben auch von zahlreichen aus eher kirchlich orientierten Mittelstandsfamilien. Da heißen die Geschwister dann Hanna, Sarah, Jonas oder Ben. Man mag es biblisch, aber eher schlicht und einfach (nicht Nathanel oder Sulamith eben).

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Beitrag von Wandarine » 17. September 2017, 11:59

Ich kenne auch eher christliche Leas als Hochhausleas, allerdings kenne ich aber auch a) allgemein viele Christen und b) kaum kleine Kinder - vielleicht hat hier in den letzten zwanzig Jahren so ein "Durchreichen" von oben nach unten stattgefunden?

Vielleicht hat die Lehrerin mit "die neuen Kevins" auch gar nicht Verhaltensauffälligkeit geimeint, sondern ist dem Irrtum aufgesessen, in den 90ern hätte quasi jeder zweite Kevin gehießen, und meinte einfach, dass Finn und Lea bei Schulkindern gerade sehr häufig sind?

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Beitrag von Skadi » 17. September 2017, 14:30

Wandarine hat geschrieben: Vielleicht hat die Lehrerin mit "die neuen Kevins" auch gar nicht Verhaltensauffälligkeit geimeint, sondern ist dem Irrtum aufgesessen, in den 90ern hätte quasi jeder zweite Kevin gehießen, und meinte einfach, dass Finn und Lea bei Schulkindern gerade sehr häufig sind?
Das könnte schon sein, aber Chantals waren nie so häufig, oder?
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Beitrag von aoife rua » 17. September 2017, 16:41

Mir selbst schien es so, dass Finn und Leon nur so 5-10 Jahre in waren und jetzt schon wieder völlig out sind. Ebenso Leah und Mia (beide in aller Regel noch schnell mit ner Sophie lieblos hinten drangeklatscht).

Und bei den Namen war mein Eindruck, dass sie zuallererst von etwas alternativen Eltern gewählt wurden, dann aber ganz schnell im Mainstream angekommen waren und durch alle Schichten vergeben wurden...

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Beitrag von Marisol » 19. September 2017, 19:35

smiley_26 Ich habe bei Lehrern auch immer stark das Gefühl, dass solche Kategorisierungen schon dann entstehen, wenn man nur zwei, maximal drei Kinder des Namens unterrichtet hat, die entsprechend verhaltensauffällig waren. Man unterrichtet die Kinder dann ja mehrmals pro Woche über mehrere Schuljahre und ärgert sich in ähnlicher Frequenz über die Kinder.
Dann ist es kein Wunder, dass sich ein Eindruck bezüglich eines Namens subjektiv stärker verfestigt, als wenn man gelegentlich von der Tochter der Freundin der Nachbarin berichtet bekommt, die ja auch so schwierig sei.
Dann kommt noch dazu, dass die Verbreitung einzelner Namen in bestimmten Milieus ja auch regional stark variieren kann, da die meisten Eltern bei der Benennung ihrer Kinder vor allem (und häufig auch unterbewusst) Inspiration aus dem Umfeld beziehen. Wer im Viertel unter seinsgleichen schon einige Leas gesehen hat, hat den Namen eben eher auf dem Schirm - das kann also im bürgerlich-christlichen Milieu genau so wie in einem Stadtteil mit großer sozialer Benachteiligung der Fall sein.
An einer Schule sammeln sich die entsprechend benannten Kinder natürlich.
Bei Pädagogenurteilen wäre ich also eher vorsichtig.

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Skadi
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Beitrag von Skadi » 22. September 2017, 09:44

Kürzlich geborene Finns und Leons habe ich beide im Umfeld, so out scheinen sie mir nicht. :D

Aber ja, die Pädagogen können da auch einfach durch ihre subjektive Wahrnehmung schon verfälscht urteilen.
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